MVZ Labor Münster - Dr. Löer, Prof. Cullen und Kollegen
18.02.2021

SARS-CoV-2 Variantenscreening ("Tracking")

Ende Dezember 2020 fiel in Großbritannien eine neue SARS-CoV-2-Virusvariante (B.1.1.7) auf. Aktuelle Daten deuten darauf hin, dass Variante B.1.1.7 sich durch eine erhöhte Übertragbarkeit auszeichnen könnte. Auch in unserem Einsendegebiet wurde B.1.1.7 nachgewiesen.

Auch in Südafrika (B.1.351) und Brasilien (B.1.1.28) wurden Virusvarianten nachgewiesen, die sich mit hoher Geschwindigkeit verbreiten. Im Unterschied zur B.1.1.7 deuten erste Daten darauf hin, dass bei diesen beiden Virusvarianten Veränderungen am Stachel-Protein der Virushülle auftreten, die zu einer verminderten Affinität der Antikörper gegen Wildtyp-SARS-CoV-2 und somit zur Erhöhung des Reinfektionsrisikos führen können.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt das RKI, wieder alle Patienten mit akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere auf SARS-CoV-2 zu testen. Personen mit einem positiven Ergebnis können auf die neuen Virusvarianten untersucht werden (BMG-Testverordnung v. 25.01.2021). Ziel ist, die Ausbreitung der Varianten B.1.1.7, B.1.351 und B.1.1.28 rasch zu erfassen.

Die Untersuchung auf eine Virusvariante kann zusammen mit dem „normalen“ PCR-Test beauftragt werden. Bitte notieren Sie hierfür zusätzlich handschriftlich auf dem Überweisungsschein „Bei positivem Befund Untersuchung auf Virusmutation“. Die Mutanten-PCR führen wir dann automatisch und ausschließlich im positiven Falle durch. Bei Nachforderungen beachten Sie bitte die maximale Probenstabilität von 72 Stunden bei Raumtemperatur.

Bei begründetem Verdacht werden die Kosten für die Mutanten-PCR vom Bund übernommen. Dieser Verdacht liegt u.a. in folgenden Fällen vor:

• Probleme beim labordiagnostischen Nachweis

• Hinweis auf eine vorausgegangene Exposition gegenüber einer Variante im Sinne eines erhöhten Übertragungspotentials (z.B. Kontaktpersonen eines Falles mit einer Variante)

• unerwartete Krankheitsschwere, unerwartete klinische Verläufe

• Erkrankungsfälle bei Geimpften

• Verdacht auf Reininfektion

• ungewöhnliches Ausbruchsgeschehen

• Aufklärung eines komplexen Infektionsgeschehens

• Reiseanamnese.

Für die Untersuchung benötigen wir einen Trocken- oder Universalabstrich (Transwab). Abstriche mit Gelmedium sind nicht geeignet.

Für Fragen und Anregungen stehen unsere Mikrobiologen Dres. Lang, Uekötter und Hagedorn unter Telefon 0251-609160 Ihnen gerne zur Verfügung.